„ICH BIN GEWISS, NICHTS KANN UNS TRENNEN VON DER LIEBE GOTTES“
Wallfahrt zum Grab des heiligen Apostels Matthias nach Trier

Traditionell, seit nunmehr 15 Jahren, traf sich auch in diesem Jahr wieder eine große Pilgerschar um zum Kloster St. Matthias nach Trier zu Pilgern. In diesem Jahr war eine besonders große Anzahl an Pilgern zu verzeichnen, und das ist besonders erwähnenswert, 7 Neupilger waren am Start.
Am 01.10.05 um 06:30 Uhr war es endlich soweit. Die Pilgerfahrt sollte beginnen. Es war mal wieder Zeit sich in Kaldenkirchen in St. Clemens zu versammeln. Es fand die alljährliche Busbeladungs-Prozedur statt. Es stand zwar im Vorfeld noch nicht fest ob unser Busfahrer Wilfried wieder den Bully vom Jugendrotkreuz organisieren konnte, aber am Tag der Wahlfahrt stand er da. Auf Wilfried ist eben verlass. Neben Wilfried standen auch noch der Pfarrbus, Bus von Familie Schumers, der an dieser Stelle nochmals besonders gedankt werden muss, das Auto von Seniore Lachmann, von Marco Nisters und von Peter vor der Kirche. Martin hatte besonders Spaß daran, dass Peter mit seiner Nobelkarre vor Ort war, denn er durfte diese sicher zum Kloster nach Trier fahren.
Der Regen der ununterbrochen vom Himmel herabfiel konnte uns nichts anhaben, denn wir waren alle hochmotiviert.
Unser neuer Pfarrer, Pastor Schnitzler hatte die Ehre an diesem Morgen gegen 06:50 Uhr mit uns die Aussendungsmesse zu feiern, wobei uns Sebastian an der Orgel begleitete. Als besonders schön haben wir empfunden, dass ca. 32 Gäste mit uns die Aussendungsmesse feierten. Unser alljährliches Trierpilgerlied „Möge die Straßen...“ fand in aller Herrgottsfrühe zwar noch nicht die wirkliche Zuneigung wie schwer zu überhören war, da keiner einen wirklichen Ton über die Lippen brachte. Vielleicht lag es auch daran, dass einige der Pilger am Abend zuvor sich noch das ein oder andere goldene Nass im Axel gegönnt hatten. Besonders hart hatte es Katja getroffen, die sich mit einer Hausstauballergie ( so dachten wir zu mindestens zu diesem Zeitpunkt noch) durch die Messe quälte.
Um 07:40 Uhr war es endlich soweit, die Pilgerschar setzte sich in Bewegung um im Auftrag der Firma Vater und Sohn das Wort Gottes unter den Menschen zu verkünden, insbesondere in Dümpelfeld bei Nobbi, in Daun beim Metaller, in Binsfeld unter uns selbst und in Trier bei Lotti bzw. bei MC. Donalds.
Wir brachen also mit unserem riesigen Autokorso Richtung Esch auf, um dort unsere Pilgerfahrt mit den Füßen fortzusetzen.
Auf dem Weg Richtung Esch hielt die Autofraktion von Senore Lachmann in Mönchengladbach Wickrath bei MC. Donalds an und verkündete dort schon einmal das Wort Gottes, oder wurde dort etwa nur den irdischen Genüssen folge geleistet und sich ein Menu nach dem anderem reingezogen??
Das Macromobil hatte auf der Fahrt in Richtung Esch enorme Probleme mit dem Pommesgeruch des Bullis, sodass sie eine extra Runde im Kreisverkehr einlegten um endlich mal wieder Frische Luft in ihre Lungenflügel pusten zu können.
Das Cockpit, namentlich Frank Dors und Peter Moors, des Schumersbusses war besonders erfreut, da dort sechs Mädels und Mark ein Lied nach dem anderen trillerten. Das Liedergut reichte von „Hakuta-Matata“ bis hin zu „Das ist alles nur geklaut“.
Wie schon einst vor 15 Jahren, bildete sich dann in Esch der Pilgerkreis. Hier wurde durch das Sprachrohr des Dreigestirns und durch unseren dienstältesten Pilgerbruder Berti die ersten Begrüßungsworte gesprochen. Berti machte auch in diesem Jahr den Neupilgern unverkennlich klar, dass unter uns der Ton des „Du“ herrscht. Somit wussten auch die Neupilger, welche Ansprache alle altgedienten Trierpilger erwateten. Um mal ein Beispiel zu nennen :„ Nicht, geben sie mir mal bitte eine der leckeren Coladosen Herr Moors, sondern jib mich mal ne Dose Cola Peter!“ Im Anschluss begann die Vorstellungsrunde. Doch was passierte nun?? In der Idylle des Waldes, als im Hintergrund die Vögel zwitscherten, die Baumkronen vom Wind gestreichelt wurden, im Vordergrund die Vorstellungsrunde lief passierte das unglaubliche. Aus der Hose unser Pilgerbruders Tony ertönte ein Geräusch welches unverkennlich zu seinem Handy gehörte. Er hatte auch noch die Dreistigkeit an sein Handy ranzugehen. Allen stockte der Atem. Jetzt wollte auch jeder wissen wer den wichtiger ist, als die Vorstellungsrunde. Und wer war es, natürlich unser Pilgerbruder Benny, der hart arbeitend zu Hause geblieben war und erst am Abend in Dümpelfeld nachreisen sollte. Somit war Tony natürlich entschuldigt. Nach dem die Vorstellungsrunde dann beendet war und die ersten warmen Worte gesprochen waren ging es dann endlich zu Fuß los. Die Pilgerschar verschwand im Wald während dessen Peter, Martin (der schon wieder ganz heiß auf Peters Nobelkarre war), Seniore, Uschi und Brigitte, Wilfried und Marco zurück an den Pkw`s blieben. Sie steuerten jetzt die Pkw`s in Richtung Trier bzw. in Richtung Dümpelfeld.
Die erste Pause der Fußpilger fand dann gewohnheitsgemäß in Rech statt. Dort stärkten sich erst mal alle bevor es dann hieß, dass er erste Berg genommen werden muss. Die Füße waren noch bei allen fitt, so dass mit noch keinen Ausfall gerechnet werden musste. Kurz bevor es dann hieß, „langsam fertig werden; höpp höpp!, tauchte wie aus dem Nichts eine Frau auf. Diese Frau verkündete die frohe Botschaft, dass in Rech ein Weinfest stattfindet und alle recht herzlich eingeladen sind. Für einen Moment stockte das Blut in so manchen Adern der Fußpilger und der Wunsch nach Wein wurde plötzlich größer als den Berg zu erklimmen. Jedoch wurde dann allen schnell wieder bewusst, dass es kein entkommen vor dem Berg gab und so entschied man sich dann doch den Berg zu nehmen mit dem Hintergedanken auf Nobbi natürlich. Also machte sich die Pilgerschar auf den Weg.
Unterwegs war es sehr ruhig, da der Berg so einigen schon jetzt die Puste raubte.
An der nächsten Pause um 13:15 Uhr in Ahrbrück wartete unser Pilgerbus des roten Kreuzes inklusive Wilfried, und Uschi mit Brigitte und dem Pfarrbus mit lecker duftendem Kaffee, Tee, Kakao und sämtlichen Kaltgetränken auf uns. Die innere Wärme die der Tee und Kaffee verbreitete war einfach genial.
Um 13: 35 Uhr traf dann auch der Schumersbus aus Trier ein, der unsere Autofahrer ankarrte. Jetzt konnte es auch endlich mit dem traditionellen Fußballtipp losgehen, den Buschi später gewinnen sollte.
Um 13: 40 Uhr hieß es dann wieder für unsere Füße laufen, laufen, laufen. Wir machten uns also auf dem Weg zur Teufelsley, wo wir dann auch eine Stunde und fünf Minuten später ankamen. Dort warteten jedoch noch nicht in gewohnter Formation unsere Pilgerbusse auf uns. Eine Pilgergruppe aus Pulheim kam zum gleichen Zeitpunkt dort an, und wir hatten die Gelegenheiten unsere langjährigen Pilgererfahrungen auszutauschen. Es fand ein nettes Schwätzchen statt. Um 15:00 Uhr trafen dann auch unsere Pilgerbusse ein, die uns wieder Stärkung brachten. Das wurde auch höchste Zeit, da beispielsweise Roman schon keine Kräfte mehr hatte den Kofferraum des Bullis zu öffnen, oder lag es einfach nur daran, wir drücken uns vorsichtig aus, mangelnder Konzentration??!!
Nach der Stärkung hieß es dann wieder laufen, laufen, laufen bis wir dann um 16:20 Uhr in Dümpelfeld die erste Etappe genommen hatten. So mancher drängte sich erst mal ein Bier an den Hals um die ersten Schmerzen zu betäuben. Andere wiederum besorgten sich einen Platz in der Nasszelle und wiederum andere suchten sich erst mal ihre vier Sachen zusammen und kümmerten sich schon mal um eine Schlafgelegenheit.
Während dem ganzen Trubel standen unsere Küchenfrauen schon längst am Herd und zauberten mit viel Liebe und Geduld uns das erste warme Essen auf unsere Pilgerfahrt. Dies wurde dann nach der üblichen Prozedur um 18:00 Uhr verspeist. Es gab Gulpopo an Kartoffelpü mit Apfelmus und zum Nachtisch Pudding.
Nach dem die Bäuche gefüllt waren und die Füße sich so langsam schon wieder erholt hatten machte sich der Tischdienst an die Arbeit und die anderen ruhten sich noch weiter aus, wobei die erste Müdigkeit sich schon bei so manchen breit machte. Und dann geschah etwas sehr schreckliches, die ersten Frauenzeitschriften kamen auf den Tisch und wurden studiert. Unglaublich aber war.
Um 20:00 Uhr war dann die Stunde der Wahrheit. Nun war es endlich soweit. Der erste Auftrag der Firma Vater und Sohn sollte ausgeführt werden. Es hieß nun bei Nobbi das Wort der Nächstenliebe zu verkünden. Und dies sollte bei so manchen alles abverlangen wie wir später feststellten. Es fing harmlos an, mit einem einfachen anstoßen auf unsere Wallfahrt. Doch dies war erst der Anfang. Direkt im Anschluss stellte uns unsere freundliche Bedienung Marga die Kegelbahn zur Verfügung, was für so manchen zum Verhängnis wurde. Uns war klar, die ersten Worte der Nächstenliebe waren gelungen, denn wir hatten zum ersten mal seit 15 Jahren die Kegelbahn. Und so wurden Marga und ihre Verstärkung Tinschen in unser Herz geschlossen. Im laufe des Abends verschmolzen wir zu einer großen Gemeinschaft mit Tinschen und Marga. Es wurden Volkslieder ausgetauscht, Kölsche Tön gesungen und so weiter. So mancher verstand sich so gut mit ihnen, dass er von der Kegelbahn verschwand und an der Theke festwuchs.
In der Zwischenzeit holte Senore Benjamin in Altenahr vom Bahnhof ab. Diese beide holten jedoch innerhalb kürzester Zeit den Rückstand in Sachen Promillezahl schnell wieder auf in dem sie den Schnapsexpress nahmen, wie zum Beispiel Asbach Uralt und Ramazotti.
Da Peter einer derjenigen war, die an der Theke festwuchsen, wie auch Martin, Senore, Benjamin, Kluschi, Roman und noch weitere zwei drei, wollte er etwas vom Geschen auf der Kegelbahn wissen. Er fragte also Malin, die an der Theke vorbeikam wie es auf der Kegelbahn aussieht. Malin erwiderte nur: „Die machen alle in die Rinne...“ Dies führte spontan zu Gelächter und zu manchen gedanklichen Spielen.
Die ersten müden und vollen Pilger machten sich auf dem Weg zum Quartier, wo subtropische Temperaturen herrschten. Jedoch die festgewachsene Fraktion konnte sich nicht losreißen von der Theke. Am Ende hatten wir Marga so sehr in unseren Bann gezogen, dass sie uns sogar die Kegelbahn nicht abrechnete. Danke schön!! Und so trödelten auch die letzten Suffköppe gegen 02:00 Uhr ein, außer zwei. Diese zwei waren Roman und Benny. Diese gönnten sich noch in einem Restaurante das ein oder andere Bier und machten Bekanntschaft mit Gabi. Wobei hier erwähnt werden muss, dass Gabi einen Porsche fährt. Aber auch diese beiden „Ich-kriege-nicht-genug-vom-Bier-Köppe“ kehrten dann so gegen 02:40 Uhr ins Quartier ein und verhielten sich dabei sehr ruhig.
Um 06:38 Uhr standen dann alle unaufgefordert auf, obwohl erst wecken um 7:00 Uhr angesagt war. Abgesehen von einem der wie jedes Jahr so seine Probleme mit dem Aufstehen hat, unser Tony. Tony quälte sich dann auch um 07:03 Uhr aus seinem Schlafsack und sah aus wie ein frischgepelltes Ei. Um 08:00 Uhr wurde dann gemeinsam gefrühstückt um 08:30 Uhr fuhren drei Busse mit 21 Pilgern los. Diese wurden einige Meter gefahren und erklimmten dann die Nürburg, wobei der Rest der Pilgerschar sich um das Gepäck kümmerte und spülte.
Nachdem mal wieder ein neuer Weg gefunden wurde, der jedoch auf einer abgezäunten Wiese endete, musste Thorsten „The Destroyer“ eingreifen. Dieser knickte den Weidezaun mit seinem enormen Körpergewicht so um, dass jeder über ihn hinüber steigen konnte. Der Zaun jedoch war hin und damit Thorsten keine Zacke in seiner Krone verlor, wurde die Schuld Eva in die Schuhe geschoben.
Währenddessen machte sich das Spül- und Quatieraufräumteam auf den Weg von Dümpelfeld Richtung Nürburgring, wo die erste gemeinsame Pause stattfinden sollte. Allerdings kam Wilfried mit seinem DRK Bus aufgrund von Ölmangel nicht sehr weit. Fränkie war so nett Wilfried zu helfen, indem er für teuer Geld (ca. 26 €) an einer Tanke den wichtigen Rohstoff besorgte.
Da Fränkie und Wilfried im Anschluss an ihre Bulli-wieder-fitt-mach-Aktion ihren Rückstand wieder aufholen mussten, bretterten sie so durch die Eifel, dass sich im Bus von Fränkie das Apfelmus dermaßen übergeben musste und den kompletten Kofferraum versaute.
Dieses Jahr hatten wir sehr viel Glück, als wir am Nürburgring ankamen. Peter entdeckte, dass ein Tor offen stand, und schon waren einige von uns auf der Tribüne direkt an der Zielkurve. Dort konnten wir den satten Sound der „Classic Cars“ in vollen Zügen genießen. Natürlich wurde auch dabei gefrühstückt und somit war jeder wieder für den nächsten Streckenabschnitt fit. Das Wetter, welches am Vortag alles andere als schön war, hatte sich zu unserer Freude gebessert und wir konnten trocken die Waldwege bestreiten.
Um 12.00 Uhr erreichten wir Kehlberg, wo wir mit Muffins aus dem Hause Stapper und Nussecken von Buschmann überhäuft wurden. Ich sag nur mhhhhhhh.... lecker und Dankeschön den beiden Families.
Nachdem Elisabeth und Verena sämtliche Trinkflaschen im Stile Dirk Nowitzkies versenkt hatten, ging es weiter durch den ersten und leider auch nicht letzten Schauer Richtung Afelskreuz. Dort angekommen wurde auf eine ausgiebige Rast verzichtet und nach der Statio der weitere, direkte Weg durch die verregnete Eifel gesucht. Dem Regen zu trotz durfte das Erschrecken der Kühe auch in diesem Jahr nicht fehlen. Benny übte sich als Cowboy und brachte durch sein Rennen auf dem Feldweg selbst die trägste Kuh in Bewegung.
Die Rast in Hörscheid brachte einige Überraschungen. Aufgrund des anhaltenden Regens wurde die neue Bushaltestelle von uns in Beschlag genommen. Dieser Unterschlupf kam genau zur rechten Zeit. Das dahinterliegende Hexenhäuschen bezogen Katja und Buschi. Warum Katja allerdings mit blutender Nase wieder auszog, ist bis dato immer noch unklar.
Eine weitere freudige Überraschung brachte Wilfried in Gestalt seiner besseren Hälfte mit. Frau Becker wurde mit herzlichem „Hallo und Willkommen“ von jedem begrüßt.
Nachdem noch eine Statio an der Dorfkirche gehalten wurde, machten wir uns auf den Weg, das letzte Teilstück zu bestreiten. Es sollte eine feuchte Angelegenheit werden, da der Himmel seine Schleusen öffnete und wir gut nass wurden. Dennoch nahm Dirk „Die Eule“ sich die Zeit bei der Unterquerung einer neuen Autobahnbrücke das Echo zu testen. Das war allerdings auch schnell erledigt, denn das erhoffte Echo blieb leider aus. Als wir dann um 16.20 Uhr völlig durchnässt und müde unser Quartier in Daun erreichten, waren alle sehr froh, die Strapazen des heutigen Tage bezwungen zu haben. Zur Überraschung einiger wurden wir von Mama und Papa Stapper begrüßt. Diese sollten an diesem Abend Katja (krank, das Bazillenmutterschiff) und Anja (beruflich) per Auto wieder Richtung Heimat mitnehmen. Ebenfalls verließ uns in Daun aufgrund körperlicher Gebrechen Susanne. Naja, nachdem sich jeder von jedem verabschiedet hatte, konnte das große Duschen losgehen. Jeder einzelne hatte exakt 5 Minuten Zeit sich einzuseifen und anschließend sich vom wohltuenden Wasserstrahl der Dusche berieseln zu lassen.
Nachdem Abendessen, es gab heute Reis mit Hack und Tomatensalat, machten wir uns dann gemeinsam auf den Weg zur Abendmesse in der direkt anliegenden Kirche. Der Pfarrer versuchte durch seine hervorragende Betonung, sein glänzendes Minenspiel und Wortspiel das Thema der heutigen Predigt „Rosenkranz als Computer des Mittelalters „ zu vermitteln, was ihm allerdings keineswegs gelang.
Endlich kam der gemütliche Teil des Tages. Während sich einige schon auf den Weg zu unserem langjährigen Freund, Herr Metaller, machten, wurde im Speisesaal noch geknobelt was das Zeug hergab. Buschi wurde zum Tippkönig der Bundesligaspiele gekrönt. Gratulation noch mal. Während des Abends wurde schnell klar, dass alle sehr müde waren. Alle??? Nein, zwei unaufhaltbare Suffköppe sollten sich an diesem Abend noch einige Feinde machen. Zunächst wurde Martin die Luft aus der Matratze gelassen. Lautes Gelächter der Beiden weckte dann im Schlafraum so gut wie jeden. Als man meinte dass endlich Ruhe wäre, musste Benny dann noch einen draufsetzen und holte sich in der Küche, wo unser Versorgungsteam ihr Nachtquartier aufgeschlagen hatte, noch ne Pulle Bier. Wieder blödes Gekicher der Beiden, wieder ne halbe Stunde weniger Schlaf. Dann aber endlich Ruhe. Oder doch nicht?? Welcher „Vollidiot“ hat denn hier den Wecker seines Handy´s auf vier Uhr gestellt? Ab nun an klingelte es alle 10 Minuten. Es sollte sich herausstellen, dass dies Roman zu verdanken war. Um 5.30 Uhr war dann aufstehen, kurz ne Hand voll Wasser ins Gesicht schmeißen, Luft (sofern noch vorhanden) aus den Matratzen rauslassen, frühstücken und Abfahrt zum Holzlager, wo heute Abmarsch war, angesagt.
Nach der ersten Stunde auf Schusters Rappen gab es an diesem schönen Morgen die erste große Überraschung des Tages. Mit verdutzten und ungläubigen Blicken suchten wir die Brücke, die uns doch in den letzten Jahren immer über den kleinen Fluss führte. Einige Adleraugen erspähten zum Glück einen neuen Luxusübergang ca. 300 Meter vom alten entfernt. Diese neue Holzbrücke für Fußgänger und Autos, mit eingegliedertem Holzunterstand wurde nach Meinung aller natürlich nur für unserer jährliche Wallfahrt errichtet.
Gegen 9:15 Uhr kehrten wir zur ersten Pause an der vielen bekannten Holzhütte ein. Hier verbrüderten wir uns sofort mit den noch ein wenig verschlafenen 7 jungen Erwachsenen, die sich später in 3 Gruppen trennen sollten. Jeder machte sich wohl seinen eigenen Reim darüber, was die gemischte Gruppe wohl die Nacht über getrieben haben könnte. Berti übernahm kurzentschlossen die Aufgabe des Feuerwehrmannes und das Bankdrücken sorgte bei Marco und Roman für eine gesunde Gesichtsfarbe zu früher Stunde.
Zeitgleich mit den Buspiloten Wilfried und Buschi erreichten wir pünktlich um 10:00 Uhr Manderscheid. Beim Versuch dem „schnellen Willi“ im DRK Bus zu folgen, nahm Buschi auch das Milchtüten-Chaos im Pfarrbulli in kauf.
Zum Erstaunen aller gab Tony mit seinem Spruch des Tages „Wer später bremst ist länger schnell“ eine Weisheit aus vergangenen Theoriestunden in der Fahrschule preis. Bei soviel Fachwissen sollte er nochmals über einen Termin zur Prüfung nachdenken.
Eine weitere Lebenserfahrung teilte uns Marco mit seiner Aussage mit „Manche Leute vertragen hier den Sauerstoffüberschuss nicht so ganz. Dadurch werden Teile des Gehirns durchblutet, die vorher nie Blut gesehen haben und diese Teile verbünden sich dann gegen den Rest des Gehirns“. Woher weiß er das nur ???
Kurz vor zwölf ertönte ein lautes „Huhuuuh“ aus unseren Kehlen. Ein ungeplantes Treffen mit den Pferdepilgerern samt Hunden brachte den ersten netten Kontakt der beiden Pilgergruppen und ein vorsichtiges beschnuppern mit sich.
Beim gemeinsamen Mittagessen in der Servicewüste Himmerod gab es wie in jedem Jahr „Pleiten, Pech und Pannen“. Aufgrund der Vorbestellung lief es mit Gratissuppe und den Gerichten zwar wesentlich besser als in der Vergangenheit, nur ärgerlich dass gerade unsere Küchenfee Uschi mit Verspätung ihre Forelle bekam und daher dieses köstliche Mahl in Hektik aß nicht wirklich genießen konnte.
Im Vorfeld der gemeinsamen Statio um 15:00 Uhr verblüffte uns Torsten mit seinem Mut auf Hunde zuzugehen und sie sogar zu streicheln. Seine Hundephobie scheint sich dank unserer Pferdepilger mit Hundebegleitung aufzulösen. Wunder gibt es immer wieder!
Über Stock und Stein ging es dann zur letzten Pause und Statio zum Kappelchen vor den Toren Binsfeld. Fast zeitgleich mit den Bussen erreichten wir den Ort, an dem sich viele ermüdete Pilger in die Busse verabschiedeten, um eine warme Dusche dem harten Asphalt vorzuziehen. Dem Rest der Truppe blieb aufgrund des Feiertages „Tag der Deutschen Einheit“ der Lärm der startenden Flugzeuge der US Airbase erspart.
So erreichten Lisa mit ihren „geilen Beinen“ als Etappensiegerin und die verbleibenden Fußpilger das Quartier in Binsfeld pünktlich um 18:00 Uhr.
Nach dem Stürmen der Duschen und dem Wortgottesdienst ging es an verschiedene Salate mit Würstchen. Uschi und Brigitte versorgten uns an diesem Abend nicht nur mit mal wieder vorzüglichem Essen. Unter fachkundiger Rücksprache mit Berti heilten sie auch die Wunden der tapferen Mädels wie Verena. Gestandene Männer brauchten dagegen zur Betäubung einige Klosterschnäpse, die aber auch von allen anderen zum Erreichen der nötigen Bettschwere gerne vertilgt wurden. Dem gemütliche Ausklang folgte die mehr oder weniger eingehaltene Nachtruhe. Ein Handywecker um vier Uhr ertönte zwei Stunden zu früh. Allgemeines Aufstehen war doch erst für 6:00 Uhr vorgesehen.
Auch dieser Morgen begann wieder mit dem alltäglichem Frühstück nach dem sich alle Trierpilger aus den Schlafsäcken gepellt hatten. Das Frühstück lief wie jeden morgen ab. Beten, Essen, Brote für unterwegs schmieren und so weiter und so fort.
Um 07:30 Uhr ging es dann wieder ans eingemachte. Die ersten Schritte taten wie jeden morgen weh. Die Füße mussten sich erst mal wieder einlaufen. Dann kam die erste Statio. An diesem Tage sollte sie sehr romantisch sein, denn sie wurde bei Kerzenschein verlesen und gefeiert.
Um 10:30 Uhr machten wir eine gemeinsame Pause mit dem Reiterfreunden und hielten auch hier die Statio.
Vor der Statio gab es jedoch die traditionellen Ü-Eier. Man munkelt unter den Gläubigen, dass dies für so manchen der einzige Anreiz war, den Weg bis Trier noch fort zu führen. Denn das wollte sich kein Pilger entgehen lassen, nach den letzten Tagen der Enthaltsamkeit endlich wieder was zum Spielen und zum Angeben. Nach der Angeberei wurden die Bussen mit den tollen Ü-Eier-Spielgeräten geschmückt und verziert. Wilfried freute sich hier rüber besonders, da er wusste, dass ab jetzt in jeder Kurve diesen tollen Dinger in seinem Bus von links nach rechts flogen.
Benjamin konnte es nicht lassen und musste sich von einer netten Reiterdame den Mantel stibitzen. Er war einfach fasziniert von diesem tollen Ding. Es hatte nur ein Nachteil, denn er hat schieß vor Hunden und der Hund der Reiterdame war jedoch so auf den Mantel fixiert, dass dieser Benjamin an jedem Schritt begleitete.
Nach der gemeinsamen Statio trennten sich wieder die Wege der Fußpilger und Reiter, dies sollte jedoch nicht von langer Dauer sein. Um 13:30 Uhr gab es dann schon wieder ein Wiedersehen, in dem netten Örtchen in Ehrang.
Hier stärkten sich so manche Pilger wieder. Die einen nutzen dazu illegale Dopingmittel die sie von zu Hause noch dabei hatten, andere mit Hähnchen und Pommes, wiederum andere wagten sich sogar einen Döner in den Magen zu schlagen. Zu den Freunden der Döneresserei zählte auch senore Lachmann. Dieser bereute es jedoch schon kurz nach dem Verzehr, da dieser anscheinend nicht so gut gemundet hatte.
Jetzt war wieder die Zeit für eine gemeinsame Statio, wie sollte es auch anders sein. Hier zeigten sogar die Pferdepilger, dass auch sie lesen und Texte aussuchen können. Sie lasen uns ein Gebet vor, welches leider nur schlecht zu verstehen war, da der Lärm der Straße die niedliche Stimme der Reiterdame übertönte.
Jetzt standen uns allen die Angsttropfen auf der Stirn, denn jeder erfahrene Pilger wusste welches Stück jetzt kam. Das Stück welches die Waden enorm anforderte. Es ging ab jetzt bergauf und zwar richtig steil. Wir machten uns also auf den Weg nach oben.
Oben angekommen wurde das traditionelle Foto geschossen. Auch in diesem Jahr war Marco wieder einer der jenigen die die Fotoregie übernahmen.
Um 15:40 Uhr trudelten wir dann in Biewer ein. In Biewer erwartete uns das leckere Eis welches auf der Stelle von uns vertilgt werden sollte.
Mit schwerem Bauch ging es dann weiter. So mancher Neupilger staunte nicht schlecht, als sie sahen, dass es schon wieder bergauf ging. Und auch dieser Berg war nicht ohne.
Aber, wie nicht anders zu erwarten schafften alle Pilger diesen Berg.
Als die Uhr 16:45 Uhr schlug hatten wir es endlich geschafft. Vor uns lag das Nobelrestaurante welches jedes Jahr von uns als Urinierstation zweckentfremdet wird.
Jetzt kam der spaßige Teil. Die Neupilger mussten sich noch einmal bewähren, denn sie mussten uns zeigen dass sie noch in der Lage sind den sogenannten „Schattnerlöwen“ zu küssen. Und tatsächlich alle schafften es. Die deftigen Knutscher wurden selbstverständlich auf Fotos festgehalten. So manch einer der Neupilger wird sich bei der Besichtigung der Fotos noch umsehen, denn die Gesichtsausdrücke beim Knutschen der kalten Betonoberfläche des „Schattnerlöwen“ sprachen für sich.
Es hieß nun noch einmal aufraffen, die letzten Stufen, mehr oder weniger die letzten Stufen, zu bezwingen.
Um 17:30 Uhr trafen wir dann an der Kaiser-Wilhelm-Brücke auf die Pferdepilger, die uns dort schon sehnsüchtig erwarteten.
Zu unserem bewundern hatten diese keine Kosten und Mühen gescheut und ihre Pferde gepimt. Sie waren jetzt nicht mehr nur noch einfach Pferde sonder exklusive Pferde mit einem Halsschmuck.
Doch auch wir konnten da mithalten, denn auch unser Heiland wurde gepimt und mit einem wunderschönen Blumenkranz geschmückt.
Jetzt hieß es in Zweierreihen Richtung St. Matthias. Dies sollte sich auch in diesem Jahr als nicht ganz unproblematisch darstellen, denn irgendwelche ketzerischen Jogger und Radler forderten uns immer wieder auf den Weg zu räumen. Sie hatten einfach keinen Respekt vor unserer christlichen Mission.
Dann war es endlich soweit, wir waren bis zu den Klostermauern hervorgedrungen. Wir warteten nur noch auf das Glockenläuten welches uns in die Klostermauern hereinrief.
Es läuteten die Glocken, wir gingen in den Vorhof des Klosters und wurden von vielen Buspilgern und privaten Pilgern empfangen.
Alle Pilger waren sich im klaren, wir haben es geschafft.
Pater Hubert begrüßte uns herzlich. Wir zogen gemeinsam mit ihm ein, durch die Seitentüre und pilgerten eine Runde durch die Kirche, denn der hl. Matthias wurde aufgrund von Umbauarbeiten umgebettet. Er befand sich in diesem Jahr im Eingangsbereich der Basilika.
Pater Hubert sprach die ersten besinnlichen Worte und ehrte dann unsere Neupilger. Die Neupilger erhielten dann unter deutlich zu hörendem Applaus ihre Trierplaketten, als Zeichen für die Freundschaft mit Gott und der erbrachten Leistung.
Nun hatten wir ein paar Minuten Zeit, ca. 17 Minuten und 13 Sekunden, um uns gegenseitig zu gratulieren und auszuruhen. Um 18:00 Uhr zelebrierte dann Pastor Schnitzler und Alexius die gemeinsame heilige Messe im Saal, da auch die Marienkapelle von Handwerkern in Schuss gebracht wurde.
Alexius ging während des Messablaufes auf die Entstehung unserer Wallfahrt vor 15 Jahren ein, denn er war einer der Ersten, die sich 1990 auf den Weg nach Trier machten. Während der Messe hatte der ein oder andere Probleme die Augen aufzuhalten, welches auf die starken Anstrengungen der letzten Tage zurückzuführen war.
Pastor Schnitzler übernahm so mehr die Statistenrolle in der Messe und reichte hier und da mal nen Kelch an, aber ansonsten lag die Messe voll in der Macht des Trierbruders Alexius.
Alexius nahm sich sogar noch die Muse und spendete denjenigen die wollten noch den Primizsegen im Anschluss an die Messe.
Im Speise- und Schlafsaal angekommen konnten wir uns dann erst mal wieder stärken. Die Buspilger nahmen auch am Mahl teil, welches in diesem Jahr aus Kartoffelsalat mit Würstchen bestand. Es wurden die ersten Erfahrungen die auf unsere Pilgerfahrt bisher erlebt wurden ausgetauscht. Um 19:00 Uhr machten sich unsere Freunde des Busfahrens wieder auf den Weg in Richtung Kaldenkirchen.
Zu unserem großen Bedauern mussten wir jedoch jetzt schon Verluste bei der Firma Vater und Sohn anmelden. Die ersten, namentlich Kluschi und Frank, begaben sich gemeinsam mit den Buspilgern auf den Weg nach Hause.
Thorsten und Anke hatten augenscheinlich auch mit ihren Körpern zu kämpfen und so entschlossen auch sie sich mit dem Audi von Peter schon mal den Heimweg anzutreten. Martin fand das gar nicht so toll, da ihm so die Chance genommen wurde mit Peters Audi am nächsten Tag über die Autobahn zu heizen.
Der Abend verlief in diesem Jahr relativ ruhig. Die Meisten gingen noch zu Lotti um unsere Mission bei Lotti noch zu erfüllen. Der Gro lag jedoch relativ früh im Bett, andere wiederum wie z.B. Benjamin schliefen schon bei Lotti am Tisch ein.
Eines wahr jedoch ganz anders in unserer Stammkneipe. Die Chefin, also Lotti um diesen Namen noch mal zu nennen, war in diesem Jahr nicht da bzw. ist vor dem Eintreffen der Meisten schon Richtung Heimat gegangen. Dies wunderte uns alle, da es eigentlich schon Tradition ist, dass unser Bulli-Wilfried normalerweise eine kleine Massage und Streicheleinheiten von der Chefin persönlich bekommt. Aber Wilfried nahm dies mit Fassung und trank statt dem halt nen Bier mehr mit uns.
Manche betäubten sich noch so mit Bier, dass sie es sogar noch schafften bei MC Donalds die Worte der Nächstenliebe zu verkünden.
Am Mittwoch morgen, gegen 10:30 Uhr, gab Pater Hubert noch unseren Abschlusssegen, die Bullis wurden gepackt uns schon ging es für uns wieder in Richtung vertraute Heimat, wo wir dann auch alle Gesund ankamen.
Um 19:00 Uhr trafen wir uns dann noch zur gemeinsamen Abendmesse in unserer Pfarrkirche St. Clemens zu Kaldenkirchen. Pastor Schnitzler lobte hier noch einmal unsere Pilgerleistung und feierte mit uns und der Gemeinde den Gottesdienst.
Im Anschluss an den Gottesdienst gingen wir dann noch alle ein letztes mal für das Jahr 2005 in dieser Runde gemeinsam zu Tisch im Haus Glagenven.
Hier legte sich Benjamin erst mal wider mit dem Chef an, da ihm die Auswahl auf der Speisekarte zu klein war, so verstand es zu mindestens der Chef. Er stellte sich mit den Worten im Saal vor, „Ich bin der komische kleine hinter der Theke!“ oder jedenfalls so ähnlich.
Na ja, nachdem dann alle Irritationen aus dem Weg geräumt waren wurde dann gemütlich gespeist und noch mal ein großes Lob an unsere Köchinnen Uschi und Brigitte ausgesprochen. Auch an dieser Stelle noch mal ein großes Dankeschön.
Nach dem die Bäuche dann vollgeschlagen wurden, gingen noch einige mit zum Axel um dort in den Geburtstag von Martin und Thomas (senore Lachmann) zu feiern. Dies taten wir unter anderem mit einem Stiefel voller Pils und Geschenken für die Beiden. So ließen wir dann die Trierwallfahrt 2005 gemütlich ausklingen.
Denia