Jugendwallfahrt der Pfarre St.Clemens Kaldenkirchen zum Grab des heiligen Apostels Matthias nach Trier vom 12.10.2002 bis zum 16.10.2002
Nach verschiedenen Vorbereitungstreffen begann die heiße Phase unserer diesjährigen Wallfahrt am Freitag, dem 11.10.02 um 18.30 Uhr bei Uschi mit dem Verladen der Lebensmittel und Küchenutensilien.
Der folgende Pilgersamstag begann für alle Beteiligten gewohnt früh. Um 6.00 Uhr trafen wir uns an unserer Pfarrkirche um mit unserem Lärm die Nachbarn wach zu machen und unsere Schlafsäcke, Luftmatratzen, Ersatzwanderschuhe und sonstigen Schmuh auf die zur Verfügung stehenden Fahrzeuge zur verteilen. Auch in diesem Jahr bestand unsere Logistikabteilung aus dem Pfarrbus und dem Rot-Kreuz-Bus samt Anhänger. Um 6.30 Uhr erwartete Udo van Deursen alle Pilger und einige Freunde und Angehörige in der Kirche zur Aussendungsmesse. Hier nochmals einen herzlichen Dank an Udo, der extra für diese Messe nach Kaldenkirchen gekommen war. Aus seiner langjährigen Trierpilgererfahrung erteilte er uns den passenden Pilgersegen.
Nach der Messe saßen alle Trierpilger um 7.30 Uhr, noch immer nicht ganz wach, in den entsprechenden Fahrzeugen die uns den Weg bis Esch bringen sollten.
Nach dem Frank´s Ersatzfahrzeug wieder in der Garage verschwunden war, konnte sich der Convoy den Weg über die Autobahn bahnen. Auf dem langen Weg nach Esch kam uns folgende gut durchdachte Idee: Normalerweise brachten wir in den letzten Jahren die mitgeführten Autos immer am Samstag noch bis nach Trier. In diesem Jahr hatten wir neben den zwei begleitenden Bussen noch drei PKW dabei. Anke fuhr uns mit Ihrem Wagen bis nach Esch und fuhr danach wieder nach Haus um uns am Dienstag in Trier willkommen zu heißen. Benni fuhr mit seinem Rennpolo musste uns allerdings aus arbeitstechnischen Gründen bereits am folgenden Sonntag wieder verlassen. Martin fuhr mit dem weißen Blitz aus dem Hause Moors. Wir kamen also zu dem Entschluss, den weißen Blitz und Benni´s Rennpolo als Versorgungsfahrzeuge bis Sonntag bzw. bis Dienstag mitzuführen dadurch musste am ersten Pilgertag keiner nach Trier düsen. Aber, das nur am Rande.
Um 9.10 Uhr erreichten wir bei trockenem Wetter Esch. Nun ging es los. Berti übernahm - unter Protest - die Vorstellungsrunde, die mit Anja, Christina, Juliane und Katja vier Neupilger zum Vorschein brachte. Frohen Mutes machten wir uns auf den ersten lockeren Streckenabschnitt der uns durch die Weinbaugebiete der Vulkaneifel führte.
Die erste Pause in Rech brachte das volle Kontingent frühstückstechnischer Besonderheiten zum Vorschein. Die Dorfkatze vom Duft unserer Leckereien angelockt verschmähte unsere freundliche Einladung an unserer Brotzeit teilzuhaben. Die Pause fand allerdings doch noch eine erfolgreiche Wendung, als uns eine Einheimische zum Weinfest der ansässigen Frauengemeinschaft einlud. Leider wurde uns kein Shuttle-Service angeboten daher mussten wir leider Absagen.
Das folgende Teilstück unserer Pilgerstrecke brachte Neupilger und alte Hasen gleichermaßen ins Schwitzen. Verzweifelt wurden die letzten Flüssigkeitsreserven aufgebraucht. Die nächste Pause war auf der Teufelsley angesetzt. So wie in fast jedem Jahr, verliefen wir uns auch dieses Jahr auf diesem Teilstück aber richtig!
Egal, an der Teufelsley angekommen, gab es leckeren Kaffee und Tee und was das Herz sonst noch begehrte. Das Versorgungsteam machte sich dann schnell wieder auf den Weg um am Tagesziel in Dümpelfeld ein üppiges Mahl für die dann doch recht müden Pilger zur bereiten. Um 16.15 Uhr erreichte die Pilgergruppe dann endlich auch Dümpelfeld, um dort erstmal den qualmenden Füßen die benötigte Pflege zu geben. Schnell wurden Matratzen, Schlafsäcke und sonstiger Kram verteilt.
Erstmals kamen in diesem Jahr elektronische Luftpumpen für die Matratzen zum Einsatz. Ein nicht zu unterschätzender Fortschritt. Pünktlich um 18.00 Uhr stand dann Gulasch mit Reis und Apfelmus auf dem Tisch. Die Fütterung endete im Zustand völliger Sättigung. Obendrauf gab es dann noch einen leckeren Pudding, wahlweise mit Schoko-, oder Vanillegeschmack. Der Tischdienst vergnügte sich danach mit dem schmutzigen Geschirr während sich der Rest der Truppe illegalem Glücksspiel hingab. Später wurden dann in geselliger Runde einige Frauenzeitschriften (ich glaube Ellé und noch so eine…) aufgetischt, deren Unterhaltungswert uns nicht verborgen blieb. Fazit: Auch Männer sollten bei einer Wallfahrt nicht auf den Schminkkoffer verzichten.
Dermaßen gut gelaunt machten wir uns auf den Weg zur Dorfkneipe um dem dortigen Wirten einen umsatzreichen Abend zu bescheren. Der erste Pilgertag hatte wohl doch viel Kraft gekostet, so dass um 0.00 Uhr alle friedlich im Schlafsack lagen. Die Nachtruhe war zwar gegeben, allerdings klagten Peter und Frank über einen schlechten Schlaf, da sie sich wohl auf der Doppelmatratze gegenseitig wach gehalten haben. Dieses Problem sollte sich aber schon in der nächsten Nacht lösen…
Sonntag war die Nacht um 7.00 Uhr bereits vorbei. Bis 9.00 Uhr waren alle gewaschen, hatten gefrühstückt und gepackt. So konnte dann der zweite Pilgertag angegangen werden.
Um 10.15 Uhr kam der sonntagliche Tischdienst am Nürburgring zu den Pilgern dazu. Klein Pause, große Brote, warme Drinks. Die Wolkendecke versprach nichts Gutes bislang blieb es trocken. Die weitere Strecke führte uns durch Wälder und über Wiesen nach Kelberg. Der dortige Sonntagskuchen brachte Kraft für die weitere Strecke. Während der Kuchenpause machte sich das Dreigestirn auf, die sanitären Anlagen einer ortsansässigen Gastwirtschaft zu testen. Der Test verlief erfolgreich und brachte noch zusätzliche Tipps für die weitere Streckenführung. Am Afelskreuz wurde wie in jedem Jahr eine Statio gehalten, bevor es dann das letzte Stück nach Daun hinunter ging. In diesem Jahr befand sich das Jugendheim in Daun im Umbau. Aus diesem Grunde konnten wir nicht dort nächtigen. Eine neue Unterkunft hatte unser Quartiermeister H.P. in Trittscheid schnell gefunden. Die Begleitfahrzeuge fuhren die müden Pilger also von Daun nach Trittscheid zum Quartier. Die Einfahrt zu dieser Herberge war für unseren Pfarrbus leider zu schmal. Davon ließen wir uns aber die gute Laune nicht verderben. Das Quartier bestand aus einem großen Raum den wir zum Essen und Schlafen nutzten, einer Küche und aus den Sanitärräumen. Alles in allem eine gute Herberge. Das einzige Problem war wohl das vorhandene Funkloch kein Handy hatte auch nur den Hauch eines Netzes wir kamen darüber hinweg. Neben dem nicht vorhandenen Netz gab es wenig auszusetzen. Die Dorfjugend erfreute uns mit lustigen Spielen auf der kaum befahrenen Dorfstrasse. Der, nachdem wie immer guten Abendessen, angefangene gemütliche Ausklang hatte auch an diesem Sonntag seinen Namen zu Recht. Leider mussten sich Benni und Pascal zu diesem Zeitpunkt von der Wallfahrtsgruppe verabschieden. Montag war Arbeiten angesagt. Die Zurückgebliebenen bildeten kleine Grüppchen, die entweder dem Kartenspiel frönten, die operative (Fuß-) Blasenbehandlung praktizierten oder dem gemütlichen Sonntagsabendtalk verfielen. Die für 22.00 Uhr angesetzte Nachtruhe sorgte bereits gegen 22.30 Uhr für die ersten Schnarchgeräusche.
Es sollten nicht die letzten Geräusche dieser Nacht bleiben. Einige Pilgerfreunde hatten wohl den Tag über so viele Dinge zu verarbeiten, dass sie sogar im Schlaf noch davon erzählen mussten zur allgemeinen Belustigung der anderen. Peter hatte sich nach einem genialen Einfall Wilfrieds zweites (oder drittes) Klappbett unter den Nagel gerissen. Somit hatte Frank seine Doppelluftmatratze für sich alleine.
Für den Montag war das Wecken für 5.15 Uhr angesagt. Keiner wusste warum als Uschi zum Morgenappell rief waren schon fast alle wach sensationell! Frühstück, Katzenwäsche, Packen es ging schon alles sehr routiniert. So konnte sich die Pilgerschar in völliger Dunkelheit auf die erste Etappe machen. Auch in diesem Jahr ließen wir uns von der Beregnungsanlage an den Baumstämmen nass regnen, um anschließend den richtigen Weg erst mit Verzögerung zu finden.
Danach führte uns Sebastian mit Hilfe seiner Karte trockenen Fußes durch die durchnässte Eifel. Der Montag brachte uns traditionell zum Kloster in Himmerod. Dieses Kloster war bei uns nicht nur für den dort erhältlichen himmeroder Klosterlikör bekannt, sondern auch für die warme Küche, die uns auch in diesem Jahr den Wamps bis zum Rand füllte. Die folgende Anhöhe wurde in ihrer Erklimmung dadurch nicht unbedingt leichter. Von dort war es dann aber nicht mehr zu weit bis zu unserem Quartier in Binsfeld. Die uns erwartende Dusche ließ uns die schmerzenden Füße vergessen. Das letzte Stück über das freie Feld wurde uns mit extremem Gegenwind versüßt egal man glaubt ja nicht, wie man sich als normal kultivierter Mitteleuropäer über eine Turnhallengruppendusche freuen kann. Derart gereinigt begaben wir uns nach einem Wortgottesdienst dem Abendessen hin. Trotz der mittaglichen Mahlzeit im Kloster Himmerod wurden die vom Küchenteam gezauberten Köstlichkeiten komplett verputzt. Ehe man sich dann dem gemütlichen Teil widmen konnte, musste natürlich unter Führung unserer lieben Uschi das traditionelle Hallenfußballspiel abgehalten werden. Die Verletzungen hielten sich auch in diesem Jahr im Rahmen. Als es dann auf die Nachtruhe zu ging, bekamen wir überraschenden Besuch.
Benni hatte nach einem Tag bei der Polizei doch noch den Dienstag frei bekommen wie passend so konnte er mit uns in den Dienstag, seinen Geburtstag, reinfeiern. Leider überkam einige Pilgerfreunde vorab der Schlaf. So konnte Benni zumindest noch einige Gratulationen am Dienstagmorgen entgegennehmen. Dieser Dienstagmorgen hatte seinen Namen verdient. Um 5.30 Uhr war Wecken angesagt. Natürlich war es noch dunkel. Frühstück mit Geburtstagssong für Benni Geschenke wurden überreicht, Bussys verteilt, Reden geschwungen. Danach wurde wieder Tempo gemacht. Katzenwäsche, Aufräumen, Aufbruch. Im Schutze der Dunkelheit machten wir uns aus dem Staub auf die letzte Tagesetappe nach Trier hin. Am Ende dieses Tages sollten wir also Trier erreichen. Doch bis dahin erwartete uns der bis dahin längste Tagesabschnitt. Zwischenzeitliche körperliche Gebrechen wurden nur mit dem Verweis auf das nahende Ziel ignoriert. Nach den ersten Frühstückspausen näherten wir uns den berühmten und berüchtigten beiden letzten Anstiegen vor unserem Ziel. Neupilger wurden motiviert diese Kräfte zehrenden Anstiege auf sich zu nehmen, um den sich dort bietenden Ausblick nicht zu verpassen.
Nachdem von Wilfried servierten Eis am Stiel gingen wir das letzte Teilstück an, um unseren Zeitplan entsprechend, pünktlich die Moselbrücke in Trier zu überqueren. Nach einer kurzen Pause und einer letzten Statio gingen wir die letzten Meter der Mosel entgegen in Richtung St. Matthias. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir vier Tage trockenes Wetter. Doch auf diesen letzten Metern konnte der Himmel sich nicht mehr halten. Er freute sich so mit uns über unsere Ankunft in St. Matthias, dass er uns auf den letzten Metern noch völlig nass regnete. Auf dem Vorplatz erwarteten uns einige vertraute Gesichter aus good old Kaldenkirchen. Pater Hubert begrüßte uns und vor allem die Neupilger am Grab des hl. Apostels Matthias. Die Neupilger wurden mit der lange erwarteten Pilgerplakette ausgestattet. Pater Hubert gönnte uns dann eine kleine Pause, damit wir unsere, vom Regen völlig durchnässten Kleider, wechseln konnten. Anschließend feierten wir mit ihm die heilige Messe in der Kapelle des Klosters. Nach der Messe fanden wir uns auf dem Friedhof dem verschlossenen Außentor gegenüber. Nach kurzer Beratung, und Hilfe von außen, wurde der Ausweg durch die Klosteranlage gefunden. Das anschließende Abendessen war dringend nötig und ließ keine Wünsche unerfüllt. Nach der Verabschiedung der „Autopilger“ machten wir uns startklar für ein gemütliches Pilgerabschlussgetränk in Triers geselligster Kneipe Bei Lotti -. Die vier vergangnen Tage hatten ihre Spuren hinterlassen! So löste sich die Runde dann zu später Stunde nach und nach in Richtung Schlafgemach, oder in Richtung McDonalds auf. Peter war so geschafft, er hörte bereits fremde Stimmen, wo keine waren. Egal, nach und nach kamen alle zur Bettruhe, die am folgenden Mittwoch erst gegen 8.00 Uhr beendet werden musste. Die Katzenwäsche und das folgende Frühstück waren nicht so von Hektik geprägt wie in den Tagen zuvor. In aller Ruhe wurde der Saal geräumt und alle Utensilien taktisch auf die Fahrzeuge verteilt. Pater Hubert verabschiedet uns mit Grüßen für die Daheimgebliebenen bis zum nächsten Jahr. Die Rücktour war lang und für die meisten Beifahrer reich an Schlaf. Zur Klamottenverteilung trafen wir uns dann nachmittags in Kaldenkirchen bei Uschi. Nichts war übrig, Nichts wurde vermisst. Die Abendmesse in St.Clemens bildete den Abschluss der diesjährigen Pilgerfahrt zum Grab des hl. Apostels Matthias. Der letzte gemütliche Ausklang wurde bei Dinter abgehalten. Zufrieden über eine gelungen Wallfahrt verabschiedeten sich alle glücklich mit dem Vorsatz sich im nächsten Herbst wieder auf den Weg zu machen.
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