Pilgerbericht 2007

Pilgerbericht von H.-W. Kunz (Pilgerleiter) zur

Wallfahrt der Pfarrgemeinde St. Clemens
zum heiligen Arnold Janssen nach Steyl
20. 01. 2007

Jahreswort: „Mit dem heiligen Arnold gemeinsam unterwegs zu Gott“

Alles war in langer Kleinarbeit für diesen Tag vorbereitet. Die meisten Pilgerinnen und Pilger hatten sich angemeldet, die Wegstrecke durch den Wald war geprüft und für gut befunden. Da wütete  zwei Tage vor unserer Wallfahrt der Orkan „Cyrill“ u. a. auch über Kaldenkirchen und hinterließ verheerende Spuren der Verwüstung. Bei einer erneuten Begehung des Pilgerweges durch den Wald wurde uns sehr schnell klar, dass wir diesen Weg nicht gehen können. Quer liegende Bäume machten den Durchgang unmöglich. So mussten wir uns am Freitag kurzfristig  einen anderen Weg suchen.

Wir pilgerten entlang der Steyler Str. bis um Grenzübergang Heidenend. Ab hier übernahm die Führung ein Mitpilger aus Tegelen (Ton Reitsma), der uns dann sicher nach Steyl leitete. Dafür sei ihm an dieser Stelle nochmals ein herzliches danke gesagt. Zuvor - um 9.00 Uhr -   hatten wir in unserer Pfarrkirche „St. Clemens“ eine kurze Morgenandacht, lobten Gott, baten ihn um einen  guten Tag, eine glückliche Heimkehr und schlussendlich um seinen Reisesegen. Erstaunt, aber gleichzeitig auch sehr erfreut,  war ich über die große Beteiligung in diesem Jahr. Obwohl einige, die sich angemeldet hatten, nicht kamen, waren immerhin 140 Pilgerinnen und Pilger zu Fuß nach Steyl unterwegs. Erstmals lebte die „Gemeinschaft von Gemeinden“ in Nettetal auf. Mehrere Wallfahrer kamen aus den benachbarten Gemeinden. Ich möchte  und kann nicht alle aufzählen. Was mich aber sehr stark beeindruckt hat, waren die 20 Firmlinge mit ihren Betreuerinnen aus Leuth, junge Leute, die spontan ihr Mitpilgern erklärten, als sie von der Wallfahrt erfuhren.

Wir beteten unterwegs verschiedene Rosekranzgesätze. Um 10.30 Uhr erreichten wir unseren Wallfahrtsort „STEYL“. Auch hier hatte der Orkan an der dortigen Pfarrkirche schwere Schäden angerichtet und große Teil des Daches abgedeckt. Weil es immer noch sehr windig war und die Gefahr bestand, dass noch weitere Dachziegel herunter fielen, haben wir den Aufenthalt dort zeitlich vergekürzt. Trotzdem bekam jeder, der wollte, am Begleitfahrzeug sein Pilgerwässerchen. Durch die Eingliederung der Rad- und Pkw-Pilger waren wir nun eine ganz große Gemeinschaft von ca. 250 Pilgerinnen und Pilgern. Auch konnten wir wieder einige Bewohnerinnen und Bewohner mit dem Pflegepersonal des Seniorenheimes „CURANUM“ begrüßen.

Wir versammelten uns rund um den „Sämann“, hörten eine Lesung, sprachen gemeinsam ein Gebet und gingen dann schweigend weiter zur Unterkirche ins Missionshaus „St.Michael“. Es war ein ganz fantastischer Anblick. Rund um den Altar saßen ca. 40 Kinder, wovon 26 Kinder Erstpilger waren. Sie wurden mit der Arnold Janssen Medaille ausgezeichnet. In den Augen der Mädchen und Jungen konnte man die Freude und gleichzeitig den Stolz über diese Ehrung ablesen. Auch die Firmlinge aus Leuth hatten sich die Erstpilger-Medaille verdient. Einen Jungen, Jannik Klaps, gratulierte ich noch zum Geburtstag und anschließend sang die ganze Pilgerschar: „Viel Glück und viel Segen“. Nach einen kurzen Frage- und Anwortspiel über die Bedeutung der Wallfahrt nach Steyl und etwas vom Leben des Hl. Arnold, wurde die mitgebrachte Kerze von unserem Herrn Pastor Schnitzler geweiht. Danach wurde das Allerheiligste ausgesetzt. Im Angesicht Gottes beteten wir abwechselnd das „Viertelstunden-gebet“ und einen Lobpreis an Gott. Gestärkt durch den sakramentalen Segen endete der erste kirchliche Teil.

Zum gemeinsamen Mittagstisch begab sich die Pilgerschar in die Aula. Es gab wie üblich Erbsensuppe mit Wurst. Viele fleißige Hände halfen wieder bei der Essensausgabe.


Anschließend war noch Zeit, persönliche Gespräche zu führen. Auch ich nutzte einige Minuten dieser Freizeit, um die Anwesenden nochmals zu begrüßen und willkommen zu heißen. Wie oben schon erwähnt, waren Mitchristen aus dem Gebiet der „Gemeinschaft von Gemeinden“ dabei; aber auch treue Mitstreiter aus Kempen, Bracht, Belfeld/Nl und Tegelen/NL. Eine besondere Freude war die Anwesenheit von P. Aloys Siepmann SVD, der mit einem Mitbruder aus Sankt Augustin angereist war. Die weiteste Anreise aber hatte P. Ivan Lobo SVD, der von Heidelberg eigens für diese Wallfahrt gekommen war. Mein Dank galt allen, die zum Gelingen dieses Tages beigetragen hatten und dies noch weiter tun würden. Ein ganz besonderer Dank galt dem Rektor des Missionshausen, Herrn P. Hans Peters SVD, der in der sich anschließenden Hl. Messe die Festpredigt hielt. Ich wünschte allen Mitpilgerinnen und –pilgern einen schönen, aber auch segensreichen Verlauf dieses Tages und einen angenehmen Aufenthalt in Steyl. Es sollte für alle ein Tag werden, der dem Jahreswort der diesjährigen Wallfahrt gerecht werden sollte: „Mit dem heiligen Arnold gemeinsam unterwegs zu Gott“.

Wie sagt man in Steyl so treffend: „Der Weg zu Gott ist steil (Steyl)“.

Um 13.00 h stand auf dem Terminplan: „Heilige Messe in der Unterkirche“. Es war ein persönlicher Wunsch von mir, den Pilgerinnen und Pilgern einmal einen Teil des klösterlichen Stundengebetes näher zu bringen. Herr P. Joachim Gloger SVD war sofort bereit, mir diesen Wunsch zu erfüllen. Er betete mit uns allen „die Sext“, aus dem Stundengebet der Kirche, welches in der sechsten Stunde des Tages (12.00 h) gebetet wird.  Danach begann die Hl. Messe.

Herr Pastor Benedikt Schnitzler übernahm das Amt des Hauptzelebranten. Mit ihm conzelebrierten: P. Hans Peters SVD, P. Lothar Janek SVD, P. Aloys Siepmann SVD und P. Ivan Lobo SVD. Auch acht Messdienerinnen und Messdiener hatten sich wieder mit vielen Kindern, um den Altar versammelt. Es sollte eine besonders feierliche Hl. Messe werden. Dazu trug auch der Kirchenchor „Cäcilia“ bei. Chorleiter Achim Bruns hatte schöne Gesangsstücke für diese Feier ausgesucht. Herr P. Hans Peters SVD hielt eine sehr eindrucksvolle Predigt, die angelehnt war an die Jahreslosung unserer Wallfahrt 2007: „Mit dem Heiligen Arnold gemeinsam unterwegs zu Gott“ und das vom Hl. Arnold verfasste Gedicht auf unserer Einladung zur diesjährigen Wallfahrt. Gegen 14.30 h war die Hl. Messe zu Ende.

Wir verließen die Kirche und verabschiedeten uns durch Berühren des Sarkophags vom Hl. Arnold Janssen. Ein Großteil der Pilger fuhr mit dem PKW nach Kaldenkirchen zurück; aber immerhin 57 Pilgerinnen und Pilger machten sich zu Fuß auf den Heimweg. Um 16.00 h waren wir in Kaldenkirchen. Im Pfarrgarten dankten wir Gott für die glückliche Heimkehr und erinnerten uns daran, was Jesus selbst einmal gesagt hat: „Wo zwei, oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“. Wir reichten uns einander die Hand und sangen dieses Lied in der Gewissheit, in diesem Moment auch Gott wahrhaftig anfassen zu dürfen. Wir wünschten uns alle ein Wiedersehen im nächsten Jahr und einen guten Heimweg.

Gelobt seist du, Dreifaltigkeit,
für alles, was dein Knecht vollbracht. Arnoldus,
der in seiner Zeit dein Wort
den Menschen kund gemacht.
Dein Wort, das du von Anfang an gesprochen hast in diese Welt;
das unser Fleisch hat angetan, damit sein Licht uns all’ erhellt.
Arnoldus sah der Menschen Not und hörte: „Geht in alle Welt!“
Und zahlreich hast du ihm, oh Gott, die Glaubensboten zugesellt.

Gelobt seist du, Dreifaltigkeit, für alles, was dein Knecht vollbracht.
Gib, dass dein Wort in unserer Zeit durch uns der Welt wird kundgemacht.
Send deines Geistes Kraft und Licht, wenn uns bedrückt des Tages Last,
so bitten wir voll Zuversicht durch ihn, den du verherrlicht hast.

                                          (Text: P. Ludwig Steck SVD 1983)

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