Stamm St.-Clemens Kaldenkirchen

Pfadfinder.....  was sind das eigentlich für Menschen?

Pfadfinder sind Menschen wie Du und  ich.

wir  wollen nicht:
militärisch organisiert sein (Wir tragen zwar eine Kluft die an Militär erinnert, aber das liegt in der Historie. Der Begründer der Pfadfinderbewegung, Baden Powell, war beim englischen Militär  und hat daher die Oberbekleidung als praktisches Kleidungsstück übernommen.)
oder
rassistisches Gedankengut oder Gewaltverherrlichung bei uns aufkommen  lassen. Wer sowas glaubt, ist bei uns absolut fehl am Platz. (Die Pfadfinderbewegung ist eine weltweite Bewegung und überall auf unserer Erde gibt es Pfadi's mit denen man gerne mal in Kontakt treten würde.)
oder
altmodisch sein wie man das aus alten Filmen kennt (Wir laufen nicht mehr mit Laute und Gitarre durch die Wälder und Felder, auch  bei uns ist die Zeit nicht stehengeblieben.)
 
wir  wollen:
aktiv sein (Gewalt bekämpfen, Rassismus verurteilen)
und
soziale Kontake zu anderen knüpfen und halten (Es gibt immer wieder nationale und internationale Treffen von Pfadfindergruppen)
und
uns ein eigenes kritisches Denken aneignen (unsere Leiter haben es schon manchmal recht schwer mit uns, aber so soll es ja schliesslich  sein, wir sind keine Duckmäuser sondern vertreten unsere eigene  Meinung auch gegen angeblich höherstehende Personen)
und
unsere Umwelt betrachten, schonen und nutzen (in Pfadfinderlagern  kommt man der Natur schon recht nahe, wenn man in einem Zelt wohnen  muss)

Es gibt noch viele andere Beispiele, was Pfadfinder sind und was sie nicht  sein wollen. Auch alte Traditionen gibt es selbstverständlich noch  in der Pfadfinderbewegung. z.B. das alljährliche Pfadfinderlager mit Zelt und Luftmatratze ist immer noch eine der beliebtesten, wenn nicht sogar die beliebteste Aktion der Pfadi's.

Das Pfadfindergesetz

1

Ein Pfadfinder ist ehrlich gegenüber sich und den andern
Jedermann kann sich auf Dein Wort und Deine Gebärde verlassen. Du  täuschest andere nicht. Jeder weiss, woran er mit Dir ist, und du gibst offen  zu, was für Dich unangenehm ist. Du prüfst Dich selbst; so wie Du Dich erkennst, gibst Du Dich auch andern. Weder Dir selbst noch andern machst Du "Theater" vor.

2

Ein Pfadfinder steht zu seinem Glauben und achtet den Glauben  anderer
Bist Du ehrlich, so stehst Du auch zu Deinem Glauben. Der Glaube an Gott zählt nicht, wenn er Gedanke bleibt: er muss dich zur guten Tat in Deiner Welt bewegen. Ein Pfadfinder ist gegenüber andern offen.  Wenn Du nach Deiner Überzeugung zu leben versuchst, achtest Du auch die Überzeugung anderer. Dein Leben wird durch das Zwiegespräch, nicht durch  Schweigen oder gar durch das "überfahren" anderer bereichert. Wenn Du dabei den  Glauben der andern achtest, so zeigst Du, dass Du auch selber in Deinem Glauben  geachtet werden möchtest.

3

Ein Pfadfinder trägt Sorge zur Natur und allem Leben
Nur weil es Pflanzen und Tiere auf der Erde gibt, kannst Du als Mensch leben. Pflanzen und Tiere bilden Deine Nahrung. Dein Leben hängt ab von ihrem  Leben. Pflanzen und Tiere machen auch die Schönheit der Natur aus und erfreuen den Menschen. Zerstöre sie niemals gedankenlos. Beobachte sie dagegen: Du wirst  Einblick in eine wunderbare Welt gewinnen.
Aber auch die Menschen auf der ganzen Welt haben ein Recht auf Leben, auf ein Leben in Freiheit und Würde.  Denke stets daran!

4

Ein Pfadfinder hilft wo er kann
Es gibt tausend  Gelegenheiten, dem Nächsten zu helfen. Halte Deine Augen offen; Du entdeckst  täglich selbst, wo Du helfen kannst. Übe Dich, damit Deine Fähigkeiten zunehmen und du lernst, wie Du es anstellen musst, um gut zu helfen. Packe auch dort zu, wo andere Deinen Diensteifer belächeln.

5

Ein Pfadfinder ist ein guter Kammerad
Du gehst mit vielen Menschen Seite an Seite den gleichen Weg, einmal mit Deinen Eltern und  Geschwistern, dann in der Schule und in der Freizeit. Wenn es gilt, einander zu  helfen, besonders dem Schwächeren, kann man auf Dich zählen. Du ziehst am gleichen Strick und lässt dich nicht ziehen, selbst wenn Du keine Lust zu Mitmachen hast. Du willst die andern nicht ständig hinter Dir lassen, aber auch  kein Hemmschuh sein.

6

Ein Pfadfinder nimmt sich zusammen
Bei allem was du tust, behältst Du deine Selbstbeherrschung. Du brichst nicht in grosse Wut oder in fassungsloses Leid aus. Du bist stolz auf eine gute Leistung, behältst es  aber für Dich. Erlebst Du eine grosse Freude, so zeigst Du Deine Gefühle, aber mit Mass. Wirst Du von andern geärgert, so lässt Du Dir nichts anmerken. Stets zeigst Du, dass Du Herr Deiner selbst bist.

7

Ein Pfadfinder kann sich in die Gemeinschaft einfügen
Versetz Dich in die Lage des andern und Du weisst, wie Du Dich zu  benehmen hast. Du drängst Dich nicht vor, sondern Du kannst warten und einem  andern den Vortritt lassen. Du suchst zu erkennen, wann Du vor den andern handeln musst und wann von Dir erwartet wird, dass Du zurückstehst. Du bist  anständig, nimmst Rücksicht und kannst danken. Du gibst dir Mühe, Dich gut mit  Deiner Familie und mit Deiner Gruppe zu vertragen.

8

Ein Pfadfinder überwindet Schwierigkeiten mit Humor
Auch bei Dir läuft nicht immer alles nach Wunsch. Du erlebst eine  Enttäuschung, hast eine grosse, anstrengende und nicht sehr lustige Aufgabe zu lösen oder erleidest einen Unfall. Da gilt es zu zeigen, dass Du tapfer bist,  dass Du verbeissen, Dein Leid hinunterschlucken kannst, dass Du Dich nicht unterkriegen lässt: Am besten dadurch, dass Du über Dich selber lachst.

9

Ein Pfadfinder kann verzichten
Bei weitem nicht jeder Wunsch wird erfüllt. Oft, weil er einfach unerreichbar, seine Erfüllung zu teuer ist oder die Eltern “Nein” sagen. Da muss es Dir gelingen, den Nutzen des  Dir auferlegten Verzichtes einzusehen. Noch schöner ist es, wenn Du hie und da  auf einen durchaus erfüllbaren Wunsch von selber verzichtest. Erlebe doch das  glückliche und befriedigende Gefühl, wenn Du die Kraft gehabt hast, Dir selber ein "Nein" zu gebieten.

10

Ein Pfadfinder ist bereit, Verantwortung zu tragen
Du willst Pflichten übernehmen und diese bestmöglich erfüllen. Du  setzest alles daran, die erhaltene Aufgabe so gut als möglich zu lösen. Dies gilt ebenso für Arbeiten, welche Du freiwillig leistest, wie für solche, welche Dir übertragen wurden. In allen Fällen stehst Du dafür ein, dass die andern von Deiner Leistung nicht enttäuscht werden. Gelingt Dir etwas nicht, so suchst Du  den Fehler vorerst bei Dir selber und weniger bei den anderen. Aufgaben, welche  für Dich (noch) zu schwierig sind, übernimmst Du nicht.

Das Pfadfindergebet

Herr Jesus Christus!
Du hast gesagt: “Seid bereit!”
Dieses Wort ist mein Wahlspruch.
“Allzeit bereit” will ich sein
und nach Deinem Beispiel handeln:
wahr im Reden
verlässlich im Tun.
Zu Deiner Kirche will ich halten
und allen Menschen Bruder sein;
bereit zum Verzeihen,
selbstlos im Helfen,
geduldig, wenn es schwierig wird.
Zeige mir meinen Weg
und begleite mich auf dem Pfad,
der zum Leben führt.
Dir will ich folgen und mein Bestes tun.
Hilf mir dazu und segne mich.
Amen.

St. Clemens, Kaldenkirchen - Kehrstrasse 30 - 41334 Nettetal, - Tel. 02157/811796                                                                          © Achim Bruns