Weihnachtsbrief 2010

Klaus Kniffki svd
Steyler Missionare
Str.Livezilor 34
MD-2015 Chişinău-Stăuceni
Republik Moldau
kniffkisvd@yahoo.de                                                                                4. Advent 2010

„Das Volk, das im Dunkeln lebte, hat ein helles Licht gesehen“.  Jes 9,1

Liebe Moldauer von St. Clemens!                         Lieber Pastor Benedikt!        

foto austria,iasi,CS 053Weihnachten singt vom Sieg des Lichtes über die Nacht. Dieses Licht ist ein Kind. Es ist Jesus Christus, der Retter. Geben wir ihm Raum in unserem Leben, damit er leuchten kann. Seien wir seine Lichtträger. Auch mitten in der Kirche. Sie, wir, brauchen das Licht dringend.

Das vergangene Jahr hat  auch bei den Kirchen deren finstere Seiten bloßgelegt. Schmerzhaft wurden wir daran erinnert, dass die Kirche auch sogar in ihren Dienern das Licht Christi auslöscht. Die Kraft und Wärme des Weihnachtslichtes soll uns alle wieder neu durchdringen!Bild1.jpg Das ist mein Wunsch an Sie, an Euch, an Dich, in diesem meinem Weihnachtsbrief. 

Viele Lichtpunkte gab es in unseren Steyler Pfarreien  von Stăuceni und Orhei. Im November kam endlich der lang erwartete neue Mitbruder Hiani Motofaga SVD an. Er stammt von den Fidgi-Inseln und hat seine Studien in Australien absol-viert. Die moldauischen Behörden hatten es ihm mit der Einreise nicht leicht gemacht. Im Juni feierten wir die Primiz von Stanislaus Obreja. Er kommt aus unserer Gemeinde. Seine Berufung zum priester-lichen Lichtträger  in unserer Diözese ist natürlich gerade auch für mich eine besondere Freude und heimliche Genugtuung.

In unserer zweiten Pfarrei von Orhei mit dem wunderschönen neugotischen Kirchlein sind die beiden Steyler Missionsschwestern Michaela und Gabriela kräftig in die Arbeit eingestiegen. Sie haben die Leitung der neu errichteten Suppenküche übernommen. „Concordia“, die Hilfsorganisation von Pater Georg Sporschill SJ aus Österreich, steht für die Organisation und Finanzierung der Suppenküche. Das kleine Licht der Kirchengemeinde von Orhei leuchtet noch nicht übermäßig stark, aber es leuchtet, unübersehbar.

Mit mehreren Aktionen haben wir den Allerärmsten in unseren Gemeinden helfen können. Aus Wien brachte Dr. Helmut Euler auf seiner 50. Fahrt nach Rumänien und in die Moldau wiederum die unschätzbar wertvollen Rollstühle, Krücken, Verbandsmaterialien und Desinfektions-Flüssigkeiten. Der industrielle Alf Stiegler aus England ermöglichte uns, dass wir unseren Rentnern eine finanzielle Hilfe schenken konnten. Bei 60 bis 80 Euro monatlicher Rente, aber europäischen Gaspreisen und insgesamt teuren Lebensmitteln konnten wir ein Zeichen der Zuversicht setzen. Der Kaldenkirchener Moldaukreis unter Leitung von Br. Hubert Nagelsdiek spendete 75 Kindern 80 % der Summe, die  für den Kauf von Winterschuhen nötig ist. Den Rest bezahlten die Eltern. Eine ebenfalls großartige Licht-Aktion! Im Frühjahr werden wir unseren viel zu kleinen Spielplatz erweitern – für unsere Kindergartenkinder und die Behinderten der nahegelegenen Nichtregierungs-Organisation „Cultum“. Dies wurde möglich durch die kräftige Hilfe der Sternsingeraktion Aachen und einer Düsseldorfer Organisation. Bei all diesen Werken kann ich nur eines sagen: DANKE allen – den großzügigen Spendern von überall her und im besonderen aus Kamp-Lintfort, der Missionsprokur der Steyler Missionare Sankt Augustin, den schon erwähnten Gruppen und Organisationen, den Mitchristen meiner Heimatstadt Biberach, den Lumpenschuh-Frauen  aus Wolfach und nicht zuletzt auch und besonders  der AGAPE e.V.. Danke auch der CARITAS Wien für die Finanzierung unseres Stefanus-Obdachlosenheims  und der Sozialstation.

Bild3.jpgUnser winziger Staat, die Republik Moldau, hat sich nach neun Jahren kommunistischer Desaster-Regierung recht gut erholt. Dafür wurden ganze dreimal die Moldauer in den letzten 1 ½ Jahren zur Wahl gerufen. Die letzte fand am 28. November statt. 63 % Wahlbeteiligung gab es! Von der einen Million Moldauer im Ausland gingen  65 Tausend zur Wahl. Positive Zeichen sind das! Die Mass-Medien sind jetzt im allgemeinen frei, das spürt man. Der Blick vor allem der jungen Leute geht eindeutig zum Westen, auf die EU hin. Und von dort her erhält die jetzige und  neue demokratische Regierung viel Lob – trotz großer Defizite.

Ich schließe ab und wünsche jedem und jeder das warme und alles erhellende Licht der heiligen Weihnacht. Das neue Jahr mache in uns stark den Glauben an das Gute, das wir tun. Danke nochmals, auch auf diesem Wege, für die schon erwähnte Winterschuhaktion. Genau heute erreichte ihre Hilfe alle Kinder und dabei eingeschlossen 5 Obdachlose von unserem Stefanusheim.

Der Segen der Heiligen Nacht komme über uns alle!

In Dankbarkeit Ihr, Euer Pater Klaus Kniffki

St. Clemens, Kaldenkirchen - Kehrstrasse 30 - 41334 Nettetal, - Tel. 02157/811796                                                                          © Achim Bruns