Moldawienkreis - Die Kirche in Orhei

Zwei Bilder für die Kirche in Orhei

Herr Hans Josef Schmachs stiftete zwei Bilder für die  Kirche “Maria Himmelfahrt” in Orhei, Rep. Moldova. Es haldelt sich um die Darstellungen:

“Schmerzensmann” und “Trauernde Maria”

Objekt: Öldrucktechnik, gerahmt
Datierung:  um 1900
Material:  Öldrucktechnik auf geprägtem Papier
Bildmaß: H. 89,5 / B. 59,5 cm
Rahmenmaß. H. 106,5 / B. 76,5 cm

Diese Bilder ließ er im Restaurierungsatelier der Frau P. Langen in Bonn Konservieren und Restaurieren.

In einer sicher gezimmerten Holzkiste beförderte eine Transportfirma diese Bilder nach Wien, von wo sie mit einem Hifstransport des Herrn Dr. Helmut Euler nach Stăuceni befördert wurden. Inzwischen sind sie unversehrt bei Pater Kniffki SVD angekommen, der sich über diese Darstellungen sehr freut und bereits einen Platz in der “Maria Himmelfahrt” Kirche vorgesehen hat.

Alle entstehenden Kosten übernahm Herr Schmacks selbt. Wir, der Moldawien Freundeskreis St. Clemens, sind ihm sehr dankbar für dieses schöne, bleibende Geschenk an unsere Freunde.

Am 15. August wird die restaurierte Kirche in Orhei, “Maria Himmelfahrt” eingeweiht werden. Zu diesem Anlaß werden sechs Kaldenkirchener dorthin reisen zu denen auch das Ehepaar Schmacks gehört.

Einige Angaben über die Kirche “Maria Himmelfahrt” in Orhei,

welche die Nachbar-Gemeinde der Herz Jesu Pfarrei in Stăuceni ist und Pater Kniffkis Obhut anvertraut.

Wer hat die Kirche gebaut?
Eine Gruppe von polnisch- und deutschsprachigen Katholiken aus der Stadt Orhei, die in ihrem Bittschreiben (1906) um Erlaubnis für einen Kirchbau, an den damaligen russischen Gouverneur für Bessarabien gerichtet ist.

(Bessarabien stand ja damals unter dem Zar, ca 100 Jahre lang, bis 1918 der Anschluss an Großrumänien geschah), da diese Katholiken bis dahin in die 50 km entfernte Hauptstadt Chişinău gehen mussten, um Gottesdienste besuchen zu können.

1915 wurde die Kirche eingeweiht. Das Datum ist mir bis zur Stunde nicht bekannt, auch nicht der Titel der Kirche, da die ganzen Pfarrei-Archive nach dem Kommen der Bolschewisten nach Iaşi verlegt wurden, und danach, nachdem auch Rumänien kommunistisch wurde, alles historische Material über Bessarabien irgendwo im Sowjetimperium verschwand. Die Archivware wissen nichts um den Verbleib der Archive aus jener Zeit.

Gottesdienste, Gemeindeleben etc. rund um diese neue Kirche waren lebendig in den Jahren 1915 bis 1946, als die Bolschewisten, die Kirche zu einer Kreis-Sportstätte umfunktionierten.

Unter dem Sowjetregim wurde die Gemeinde 1946 aufgelöst und ihre Kirche in einen Sportsaal verwandelt. Nach 1991, dem Jahr der Unabhängigkeit der Rep. Moldova, blieb die Kirche unbenutzt als Kirche und diente zuletzt als Depots für Material der nahegelegenen Moldtelekomgesellschaft, Fenster, Türen wurden herausgerissen bzw. zerstört.

Seit Februar 2005 ist die katholische Kirche wieder im Besitz dieser neugotischen kleinen Kirche. Bis auf die beiden Türme (bis ca 15 m hoch) ist das Gebäude in einem verhältnismäßig guten Zustand. Sie wird restauriert, was nach einer Bauexpertise wie es scheint nicht zu kostspielig sein wird.

Die Kirche und ihre junge Gemeinde, aus 20 Personen bestehend, soll in Zukunft zu einem zentralen Wallfahrtsort der Katholiken in der Moldau werden.

Die örtliche Bevölkerung weiß um diese Kirche, auch darum, dass sie eine katholische ist. In mehreren Zeitungsartikeln nach 1991 stellten Historiker die bange Frage, wer wohl das kulturelle Gut der Kirche erhalten wird, wie lange, so schrieb jemand, werden die Schwalben im Innern der Kirche noch wohnen dürfen.

Zum Kirchengebäude:

Maße:   ca 15x7 m
ca 9 m Innenhöhe
11 Kirchenfenster, jedes ca 1.5 qm
1 große Eingangstür, ca 2 x 2.5 m (Höhe)
1 Kellertüre, ca 1.5 x 1.8 m (Höhe)
                   

So schrieb Pater Kniffki

Bericht über die Restaurierung der neugotischen Kirche der katholischen Gemeinde von Orhei

Die im historischen Teil der Stadt Orhei gelegene katholische Kirche ist dort bestens bekannt und nach ihrer Restaurierung wird sie nicht nur wiederum als einzigartiges kulturelles Objekt in Erscheinung treten, sondern wird den jetzigen und künftigen Katholiken der Stadt und den in den umliegenden Dörfern uns noch nicht bekannten Katholiken, aber doch existierenden, eine religiöse Heimat anbieten.

Für die ebenfalls wiedererstandene Diözese ist diese Kirche insofern von Bedeutung, da sie, weil im Zentrum des Landes gelegen, als künftiger diözesaner Marienwallfahrtsort ausersehen ist.

 Das Projektziel

Die im neugotischen Stil nach Architekturplänen aus Sankt Petersburg 1914-1915 eingeweihte Kirche wird professionell restauriert.

Der Beginn der Bauarbeiten war der April 2006, vorgesehener Abschluß und die Neueinweihung der Kirche: 15. August 2008.

Restaurierungsziele

- Absicherungsmaßnahmen bzgl. Bausubstanz (Dach, Fenster, Türen, Türme)
- Einfriedung des Kirchhofes auf den noch fehlenden drei Seiten.
- möglichst originalgetreue Wiederherstellung der verlorengegangenen Bauelemente wie Stukkaturen, Fenstervergitterung als Dekoration, so weit dies möglich ist bei nur wenigen vorhandenen historischen Dokumenten und in Maßgabe der heutigen liturgisch-architektonischen Vorschriften der katholischen Kirche.
- Anbinden der Kirche an das Elektrizitäts-, Gas-, Wasser- und Kanalnetz
- durch Neuschaffung der Sakristei
- durch Installieren einer Fußbodenheizung.

Aktueller Stand (15.Februar 2008)

Folgende Baumaßnahmen sind abgeschlossen:

Der Dachstuhl und die Dachabdeckung.
Die Fenster und ihre historische Vergitterung.
Die beiden Türme mit historischem Kreuz.
Grundmauern für die Kirchhofeinfriedung.
Elektrizitäts- und Wasseranschluß.
Erdwärmesystem als Energiequelle für die Heizung der Kirche.
Der Sakristeianbau, der unerwartet vom Denkmalbauamt genehmigt wurde.

Im Innenraum der Kirche und der Sakristei:

Fußbodengrundbelag im Schiff und Altarraum.
Fensterleibungsverstärkung.
Wandverkleidung durch Naturplatten.
Sakristeiraum verputzt und gestrichen.
Neuer Altar (eine Spende aus der Schweiz) umgearbeitet und installiert.
Standort für Tabernakel (ebenfalls Spende aus der Schweiz) vorbereitet.
Dekorationsgesims im Altarraum und Kirchenschiff.
Kirchenbänke und Kleinorgel sind Spenden aus Deutschland.

Alle diese Gewerke wurden mit der finanziellen Hilfe folgender Organisationen und Gruppen durchgeführt. Wir sind ihnen zu ganz großem Dank verpflichtet:

RENOVABIS, KIRCHE-IN-NOT, DIÖZESE KÖLN, Wohltäter der STEYLER MISSIONARE, MISSIO AUSTRIA, Nachfahren der Stifterin der Kirche Cezarina Dobrowolski, Ehepaar Idda und Karl Kempf.

Noch ausstehende Gewerke:

1.Installierung der Fußbodenheizung.
Fußbodenplattierung in der Kirche, auf dem Chor, Sakristeizugang und Sakristei.
Beleuchtung.
Schlußanstrich des Gewölbes.
Chorbalustrade.
Türen: Hauptportal, Sakristeiaußentüre, Sakristeiinnentüre, drei kleine Turmtüren, 3 Kirchhofportale.

2.Kirchhofeinfriedung und Reparatur der existierenden historischen Gitter.
Außenfassadenrestaurierung.
Wegplattierung.
Zwei Glocken.
Bau und Installierung der Außentoilette mit Strom-, Wasser- und Kanalanschluß.

Am 07.06.2008 schreibt Pater Kniffki

Der Endspurt mit der Restaurierung hat begonnen. Es ist noch viel zu tun! Und doch bin ich voller Zuversicht.

St. Clemens, Kaldenkirchen - Kehrstrasse 30 - 41334 Nettetal, - Tel. 02157/811796                                                                          © Achim Bruns