Kirchenchor Cäcilia - Helau und Alaaf im Convent am 12.2.2010

Der Vorsitzende H.G. Flügels eröffnet den närrischen Chorabend, der unter dem Motto „Flower Power“ steht. Ca. 75 Narren füllen den Convent. Im Laufe des Abends geben sich auch Schützen und Mitglieder des Breyeller Chores zuerkennen. Der Kapellmeister hat es überraschenderweise kurzfristig vorgezogen, sich mit Gallensteinen ins Krankenhaus einliefern zu lassen. Hervorragender Ersatz durch Willi Rütten am Klavier und Achim Bruns am Mischpult. Christa Schattner übernimmt die Rolle des Conferenciers. Zuerst werden die Raketen hereingetragen, die am Abend noch hoch gehen sollen. Pastor Schnitzler bangt um sein Leben und ist erst gar nicht erschienen – hat heute Namenstag -, obwohl er in seinem Pfarrhaus vor solchen großen Raketen auch nicht sicher ist. Alles ist schön geschmückt; für Bewirtung und Essen stehen bewährte Kräfte zur Verfügung. Na, dann kann es losgehen.

Als Türöffner tritt Renate Kokot als Märchentante auf. Ihr schwerhöriger alter Mann, Heinz, sagt nichts, ist aber Mittelpunkt des Geschehens.

Ein Flower-Power Beziehungschaos wird von Elke, Doris, Elvire, Ursula, Andrea und Angelique und Freund in ein richtiges Stell gestellt.

Maria Schierkes beobachtet als Hobby-Pfarrsekretärin, wie Gläubige mit ihren Hochzeiten, Geburten, Begräbnissen etc. systematisch den Pfarrern den Spaß am Dienste Gottes nehmen. Neue Strukturen bedeuten für die Zukunft wohl, priesterfreie Kirchen; denn wie soll der Priester als Einzelkämpfer mit Fernbeichten und Kirchenmobil für 10 Pfarren die alt gewohnten Aufgaben erfüllen?

Das optisch toll aufgemotzte närrische musikalische Quartett mit Winfried, Helfried, Hermann und Yvonne hat fleißig geübt. Alles wird positiv durch den Kakao gezogen; der Vergnügungsausschuss, der Vorstand, der Umgang mit den Notenblättern- und Mappen. Es endet in einer Persiflage auf die anstrengenden Chorproben. Trotz Quatschverbot gibt es dennoch immer etwas zum Lachen. Eine neue Tendenz war die Kritik der politischen Landschaft in Deutschland.

Dann werden wir  Zeuge der wilden Hochzeit von „Ullrora von Primelhain“. Um diese hübsche Dame buhlt der halbe Kirchenchor, denn so viele Jecken stehen auf der Bühne. Allem voran der Schaufelhirsch Helfried, der bei der schwangeren Ullrora Vaterschaftsansprüche geltend macht. Graf Hermann von Flattershausen ist bereit, für Ullrora jeden kühnen Ritter zu entmannen. Das Publikum rast. Bruno, die Lerchenmeise hofft, mit heiseren Tönen aus einer fernen Welt die Aufmerksamkeit bei Ullrora für sich zu erwecken. Ohne Chancen. Stürmisch reitend und säbelschwingend erobert Heinz-Gerd von Flügelchen die Szene. Angespornt von Winfried, dem Hornbläser, kommt es zur entscheidenden Schlacht. Mit jugendlichem Elan und toller Fechtkunst jagt Heinz-Gerd von Flügelchen den Dicken von Flatterhausen für immer in die Flucht und nimmt seine glückliche Ullrora mit einem langen Kuss in Besitz.

Nach so viel Aufregung wird zunächst geschunkelt. Alsdann haben Waltraud und Mariechen auf dem Friedhof ein gemeinsames Thema; ihre verstorbenen Männer. Sie waren deren 5. Bei der schnellen Todesfolge ging es wohl nicht immer mit rechten Dingen zu. Der Vortrag gibt einen Einblick in die brutale Denkweise der Frauen, wenn es um ihre eigene Glücksfindung geht. Ein schwacher Trost für die Männer: Glücklich sehen diese beiden Witwen nicht aus.

Unser Holland-Meisje Angelina hat eine hübsche Garde holländischer –Matjes – nee Meisjes zusammengestellt, die lustig und mitreißend das Diumlied vortragen.

Die Schlussnummer hat wie immer die „Rums mich jet on Bumskapell“. Sie erwischt uns auf dem Höhepunkt der Stimmung. Wir machen sie fertig. Geschwächt verlassen die Spieler, Sängerinnen- und Sänger die Bühne mit dem Lied .“Hee dööt et wié und doe dööt et wié, alles wat joot dööt, dat kann ich neet mié!“  Wir haben es nicht gemerkt: Aber, es ist schon 1 Uhr. Holzorden des Chores sind genug verteilt. Diese kann man jetzt getrost nach Hause tragen, manche Jecken tun dies erst gegen 3 00 Uhr. 

H.D. Boos

St. Clemens, Kaldenkirchen - Kehrstrasse 30 - 41334 Nettetal, - Tel. 02157/811796                                                                          © Achim Bruns