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Berlinfahrt vom 01.05. - 04.05.2008
Kirchenchor Cäcilia verliebt in Berlin
Am 1.5.2008 4.5.2008 begrüßt der Vergnügungsausschuss 36 Teilnehmer und das schöne Wetter zu einer Busreise nach Berlin. Erster Besichtigungspunkt ist die ehemalige Grenzübergangsstelle (GÜSt) Helmstedt-Marienborn, einen Teil der Gedenkstätte Deutsche Teilung. Dieser Ort war bis 1989 das Nadelöhr zwischen Ost und West. Er trennte Deutsche von Deutschen und Europa und die Welt in zwei sich feindlich gegenüberstehende militärisch-politische Machtblöcke, zwei konkurrierende Wirtschaftsblöcke und zwei ideologische Systeme. Die umfangreiche und teilweise unvorstellbare Infrastruktur der Grenzkontrollmechanismen für 1000 Arbeitsplätze zur Kontrolle von Pässen, Zoll, Devisen, Bus, Lkw, Pkw und Menschen fiel mit der Öffnung der Grenze am 9. November 1989 in sich zusammen.
Der 2. Tag führt uns durch die Geschichte und das aktuelle Berlin. 1197 und 1209 wurden Spandau und Köpenik erstmals erwähnt. Also, damals waren wir Kaldenkirchener „ooch“ schon da, nämlich 1206. Wir sind halt nicht so schnell gewachsen. Die wiedervereinigte deutsche Hauptstadt hat viel zu bieten. Ku’damm, Gedächtniskirche, Brandenburger Tor mit Reichstag und Kanzleramt, Unter den Linden, Museumsinsel, Gendarmenmarkt mit dem Deutschen und Französischen Dom, Berliner Dom, Schauspielhaus, Friedrichstrasse, Nikolaiviertel, Potsdamer Platz, Alexanderplatz, Schloss Charlottenburg, neuer Berliner Hauptbahnhof, Reste der Berliner Mauer und vieles, vieles mehr. Unsere Führerin hat es drauf und bringt einige Anekdötchen.
Der Wannsee lädt ein zu einer Rundfahrt mit dem Schiff Rheinland. Er ist mit seinem hohen Freizeitwert ein beliebtes Ausflugsziel der Berliner. Elegante Villen, schöne Wohnsitze und viele historische Bauten schmücken das Ufer. Alles, was früher mit Grenzziehungen mitten durch den See getrennt war, wirkt hier wie aus einem Guss überwältigend.
Abends gehen wir wahlweise zum Friedrichstadtpalast, in die Berliner Philharmonie oder einfach bummeln durch die illuminierte Weltstadt. Ja, hier werden die Bürgersteige nicht um 10 00 Uhr hochgeklappt. Auf dem Ku’damm ist Riesenbetrieb mit tollen Typen; und wir Kaldenkirchener mitten drin! Vor der Nachtruhe noch ein Berliner Weiße mit Schuss.
Am 3. Tag geht es zunächst zum Reichstagsgebäude.

1918 nach dem Vertrauensverlust in die kaiserliche Regierung wurde vom Westbalkon die Deutschen Republik ausgerufen. 1933 kurz nach Hitlers Machtergreifung Brand des Reichstages vor aller Welt. 2. Mai 1945 wurde die sowjetische Fahne auf dem Reichstag gehisst. Das Reichstagsgebäude lag an der Grenze zwischen Ost und West und war zusammen mit der Mauer das Symbol der Trennung Deutschlands sowie der Maueropfer. 1989 begannen Planungen zu umfangreichen baulichen Änderungen mit moderner, neuer Architektur als Symbol des Zusammenwachsens. Auch im Umfeld, im heutigen Parlamentsviertel. entstanden neue Bauten wie Kanzleramt, Jakob-Kaiser-Haus, Paul-Löbe-Haus, Maria-Elisabeth-Lüders-Haus. Die Einblicke in das Reichstagsgebäude und die Ausblicke von der Reichskuppel sind beeindruckend. Wir sehen im historischen Mantel ein modernes Parlament. Geblieben ist die äußere Gestalt des Reichstagsgebäudes, wie es zwischen 1884 und 1894 vom Architekten Paul Wallot errichtet worden war. Der britische Architekt Norman Foster hat die moderne Umgestaltung konsequent durchgeführt. Der Plenarsaal mit dem Bundestagsadler ist das Herzstück des Parlaments. Architektonisch hervorstechend ist das trichterförmige Gebilde, der „Rüssel“, der von der Kuppel des Reichstagsgebäudes in den Plenarsaal führt. 360 Spiegel lenken blendfreies Tageslicht in den Saal und Abluft wird ins Freie transportiert. Das Gewicht der Kuppel beträgt 1200 Tonnen. Der Berlin-Panorama-Blick von der Kuppel fasziniert. Berlin, ansonsten für Fremde ein ungeordnetes, riesiges Wirrwarr, wirkt von hier oben überblickbar und griffig. Wir haben einen einmaligen Rundblick über die ganze Stadt.
Wir fahren dann zum Heilig-Geist-Kloster, der 75 Jahre alten Berliner Niederlassung der Steyler Missionare. Pater Rüdiger Brunner von der Soverdia, der vor 7 Jahren in Kaldenkirchen auch in unserer Pfarre Dienst machte, liest eine Messe, die wir gesanglich mit der Messe in A von Pompeo Cannicciari begleiten.
Am Rückreisetag besichtigen wir Schloss und Park von Sanssouci in Potsdam. Die Residenz Friedrichs des Großen Grundsteinlegung 1745 - ist imponierend. Zusammen mit den vielen kulturellen Kostbarkeiten in der Parkanlage und in der Stadt Potsdam zeugt es von der Größe des Königreiches später Kaiserreiches Preußen. Wir in Kaldenkirchen gehörten auch dazu, ohne in gleichem Maße davon zu profitieren. Wegen unserer Lage an der Westgrenze Preußens bekamen wir das Hauptzollamt und dürften Steuer eintreiben, damit die Preußenkönige sorglos „sans souci“ leben konnten. Das Grab von Friedrich dem Großen ist von 13 Grabplatten für seine Hunde eingerahmt. Man nannte ihn auch der Kartoffel-König. Er hat den Anbau und Verzehr in Preußen angeordnet. Der letzte Hohenzollernkaiser musste dann 1918 nach Holland ins Exil fliehen, da ging er wahrscheinlich in unserer Nähe über die Grenze.
Gegen 19 00 Uhr erreichte unser Bus Kaldenkirchen. Wir waren uns einig: „Es gibt noch viel zu sehen. Berlin ist immer eine Reise wert“.
H.D. Boos
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